Wunderbares Wrodow
Deutschland 1999
Produktion: NDR
Regie: Rosa von Praunheim
Laufzeit: 79 Min., Farbe
EA: 31.7.2000 ORB
Auszeichnungen:
Robert-Geisendörfer-Preis
Verleih: –
Wunderbares Wrodow
Kein Ost Klischee passt auf das kleine Dorf Wrodow in Mecklenburg-Vorpommern, über das Rosa von Praunheim im Herbst 1999 einen Dokumentarfilm drehte. Keine Verbitterung, keine Arbeitslosigkeit und keine Rechtsradikalen, stattdessen 60 Menschen voller Lebenslust und menschlicher Wärme. Die Wrodower sind stolz auf ihr Schloss, das vor sechs Jahren ein Jugendrichter mit seiner Frau und der Maler Sylvester Anthony aus dem Westen kauften. Hier finden Opernbälle, venezianische Maskenbälle, moderne Ausstellungen und Konzerte statt.


Rosa von Praunheim haben die Menschen hier interessiert, wie der Gärtner Ambros, ein Original, Herr Reinhards, ohne dessen Hilfe das Schloss nicht erhalten werden konnte und Frau Müller, die in schwierigen Zeiten zehn Kinder großgezogen hat. Nicht zu vergessen der Bürgermeister und der Pfarrer, die zusammen in der SOS Band spielen und die jungen Leute für die Musik begeistern. Überall in den Nachbardörfern entstehen spannende junge Musikgruppen. Hinter allem die wechselhafte Geschichte, die die Menschen prägte. Vom Feudalismus, über die Nazizeit zum Kommunismus bis zur Wende. Viele im Dorf Wrodow stammen aus Besarabien, einst von der Kaiserin Katharina ans schwarze Meer geschickt und 1940 durch den Hitler Stalin Pakt verschlug es sie nach Wrodow. Sie singen die alten Lieder und erzählen ihren Enkeln von der Heimat. Wunderbares Wrodow.

Zauberhaftes Porträt einer west-östlichen Dorfgemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern (Der Tagesspiegel)